Highlights der letzten Wochen

Highlights der letzten Wochen

So, nach guten 3 Monaten auf Reisen, habe ich vor 2 Tagen wieder deutschen Boden betreten. Ganz schön komisch wieder daheim zu sein, aber nachdem ich mich in den letzten Wochen beim Roadtrip und zuletzt bei einem kleinen Urlaub der Zivilisation wieder angenähert habe, hält sich der Schock in Grenzen.

Kurz dazu, warum in den letzten Wochen keine neuen Posts gekommen sind. Mir hat zum einen irgendwie die Motivation zum Schreiben gefehlt, zum anderen hat der Blog mich immer daran erinnert, dass ich nicht auf dem Trail bin, wo ich ja eigentlich sein wollte. So toll die Erlebnisse auch waren, waren es halt nicht die gewünschten. Ich wollte den Roadtrip aber genießen und wohl einfach ein bisschen Abstand zum PCT haben, das ging leichter ohne den Blog vor der Nase. Aber jetzt gibt es noch eine kleine Zusammenfassung der Highlights von den letzten Wochen in den USA mit einer ziemlichen Bilderflut. Die nächsten Tage gibt es dann auch wieder was zum PCT, ein Fazit zu meiner Ausrüstung und es gibt bestimmt noch das ein oder andere was ich Rückblickend noch erzählen will.

Nachdem ich GQ und Sierra in Reno abgesetzt hatte ging es für mich gemächlich in Richtung Küste. Ich genoss ein bisschen meine Ruhe und verbrachte die Nachmittage damit an Seen zu liegen und zu lesen und bald sah ich auf meinem Weg die ersten Redwoods also Mammutbäume. Sowohl die Redwoods im Humboldt Park als auch im Nationalpark waren ein Traum. Für mich definitiv der Höhepunkt des ganzen Roadtrips. Die Dinger sind wirklich riesig und haben einen Durchmesser von mehreren Metern. Und auch als armer Fußkrüppel konnte man ohne lange Wanderungen unglaubliche Eindrücke sammeln. Man steigt aus dem Auto, geht ein paar Meter und man ist in einer völlig anderen Welt. Der Boden ist mit strahlend grünem Farn bedeckt, dicke in sich gedrehte Stämme führen hundert Meter weit in ein dichtes Blätterdach, das vereinzelt Sonnenstrahlen durchlässt. Es ist wirklich so als wäre man in einem Zauberwald. Für mich eine der schönsten Gegenden die ich in den USA sehen durfte.

 

Nach den Redwoods ging es durch Oregon, dort ist der Umpqua National-Forest mit unglaublich vielen tollen Wasserfällen und wenn ich irgendwo was von Wasserfällen lese, muss ich natürlich hin!

Zwischendrin gab es noch einen etwas gruseligen Abstecher in eine von Lava geformte Höhle. Ich war früh morgens da und es waren noch nicht viele Besucher vor Ort, man bekommt eine Lampe und darf sich dann ganz allein in die Höhle begeben. Die ersten 30 Minuten war ich quasi völlig allein unterwegs. Die Höhle ist an keiner Stelle beleuchtet und macht man die Lampe aus, steht man allein in absoluter Dunkelheit. Auf dem Rückweg wurde es allerdings langsam voller und mit dem Lärm und etlichen Lampen verliert die Höhle dann doch schon deutlich an Atmosphäre.

Irgendwie verlies mich der Wettergott jedesmal wenn ich mich der Küste näherte, fing ja in LA schon so an… Also wurde meine Fahrt entlang der Küste von Oregon nach Washington zum Olympic National Park von vielen Wolken, trübem Wetter und hin und wieder auch von Regenfällen begleitet.

Von der Olympic Halbinsel ging es per Fähre richtung Osten und über die Westernstadt Winthrop zu den Dry Falls. Die liegen mitten im Nirgendwo, sind aber ziemlich beeindruckend und es gibt etliche wirklich tolle Seen drum herum.

Da mich so langsam das Heimweh packte, ging es danach nach Leavenworth. Ein Touristenstädtchen, dass sich als Bayrisches Dorf darstellt und das tatsächlich recht konsequent durchzieht. Es ist natürlich alles extrem übertrieben und an vielen Ecken nicht gut gemacht, aber ein bissel Heimatfeeling kam auf und zumindest in dem Restaurant wo ich war, gab es richtig gute Käsespätzle (ich hab deutsches Essen soooo vermisst).

Danach ging es nach Seattle, wo ich eigentlich noch ein paar Tage Sightseeing machen wollte, aber am zweiten Tag hat mich eine Erkältung so richtig heftig erwischt. Es ging absolut gar nichts mehr. Fieber, Husten, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, das volle Programm. Das höchste der Gefühle war einmal am Tag zum Supermarkt zu gehen und was essbares zu organisieren und danach hab ich mich gefühlt, als wäre ich dem Tode nahe. Da Seattle verdammt teuer ist, hatte ich nur ein Bett in einem Mehrbettzimmer in einem Hostel gebucht, zum schlafen ist sowas ja ok, aber wenn man mehrere Tage krank im Bett verbringt, ist ein Hostel eine Katastrophe. Ich hatte schon überlegt mir noch ein Hotel zu nehmen für die letzte Nacht, aber ich war so fertig, dass ich ein Umzug in ein Hotel gar nicht geschafft hätte. Die letzten Tage in den USA waren also nicht sehr schön, der Flug in die Dominikanische Republik war in dem Zustand eine Qual, es war mir absolut unmöglich einen Druckausgleich zu machen, weil so ziemlich alles in meinem Kopf angeschwollen war. Tat ziemlich weh und das taube Gefühl auf den Ohren hat noch zwei Tage angehalten, bis es mir so langsam wieder besser ging und ich den Urlaub am Strand doch noch genießen konnte.

So was gibt es zum Abschluss zu sagen. Ein Roadtrip in den USA ist echt ein Erlebnis und ich kann es nur jedem Empfehlen. Das Land ist einfach nicht im geringsten mit Deutschland zu vergleichen, es macht unglaublich Spaß auf den überdimensionierten Straßen zu fahren und oft sieht man ewig keine anderen Autos oder überhaupt Zivilisation sondern nur unglaubliche Landschaften die meilenweit reichen. Allerdings sollte man den Roadtrip wohl deutlich besser planen als es bei mir der Fall war. Ich hab wahrscheinlich einige tolle Sachen verpasst, weil ich immer nur für ein paar Tage im voraus geplant habe und die Googlerecherche manchmal etwas dürftig ausfiel.


7 Gedanken zu „Highlights der letzten Wochen

  1. Anne wir sind stolz auf Dich was Du gemacht hast,und die Bilder einfach schön zum Anschauen.ich wünsche Dir einen guten Start in Deutschland, und wenn Du Kässpätzle oder Krautkrapfen magst dann weist Du wo es die gibt,liebe Grüße Brigitte

  2. Schade, kaum angefangen zu wandern, war es auch schon wieder vorbei.
    Das nächste Mal besser zuerst eine Tour über 2-3 in Europa unternehmen, als Test ob man für sowas physisch überhaupt geeignet ist.

  3. Es klingt jetzt hart, aber an deinem Ausstieg bist du selbst schuld und hättest das auch vermeiden können. Denn du selbst wusstest ja um deine extremen Problemzonen – den Füßen!

    Darf ich dich aus deinem ersten Beitrag zitieren:
    „Ich kann keine 3 Minuten am Stück joggen, aber mit Rucksack etliche Kilometer vor mich hinzutrotten klappt eigentlich ganz gut. Es wird gesagt fit wird man auf dem Trail und man bekommt relativ schnell seine „Hikerlegs“. Im Prinzip glaub ich auch daran, dass sich die Bein-Muskeln in den ersten 2-3 Wochen an die Belastung gewöhnen, allerdings habe ich auch weniger ein Problem mit den Muskeln sondern einfach mit meinen doofen Plattfüßen. Als ich vor ein paar Jahren ca. 200 Kilometer des Jakobswegs gelaufen bin, hatte ich weder Probleme mit den Beinen noch Blasen an den Füßen sondern zum Ende hin das Gefühl, dass sich meine ganzen Füße verformen. Ich bin vor lauter Schmerzen mit Tränen die letzten Kilometer zur Kathedrale in Santiago de Compostela gehumpelt. Das Fußgewölbe das bei mir quasi gar nicht vorhanden ist, wurde scheinbar durch die vielen Kilometer laufen in den schweren Wanderstiefeln nach oben gedrückt.“

    Sorry, aber du wusstest doch ganz genau, dass deine Füße das nicht mitmachen, zumindest nicht ohne spezielle Schuhe und erst recht nicht ohne Aufbau von Fuß- und Beinmuskulatur!

    Das war schon verdammt mehr als nur ein Anfängerfehler.

    1. Hätte ich mehr trainieren sollen? Bestimmt, das hab ich immer gemerkt wenn es bergauf ging. Höhenmeter hab ich definitiv zu wenig gemacht vorher, da hätte ich mir echt ein paar Muskeln mehr gewünscht. Ob mich mehr Training vor der Verletzung bewahrt hätte? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es war in dem Fall nicht mein Fußgewölbe, das mein Trip beendet hat sondern die Schmerzen lagen genau auf der anderen Seite des Fußes. Meinem Fußgewölbe ging es hingegen ganz gut, da hat sich die lange Suche nach den richtigen Einlagen und Schuhen definitiv gelohnt.
      LG
      Anne

      1. Es war richtig den PCT anzugehen! Für so eine Unternehmung gibt es gar keine Vorbereitung oder Training einfach machen und geniessen solange es geht. Ich habe selber 6 Monate davor „traiiniert“ aber nix kann einen darauf vorbereiten. Ich habe meine 2,5 Monate auf dem Trail genossen und bin froh den PCT gewandert zu haben soweit ich eben kam. Schmerzen gehören dort zum Alltag aber man gewöhnt sich schon dran und wird fürstlich entschädigt von den Eindrücken. Ich bin sicher du bereust keinen Schritt den Du dort gemacht hast!

        PS: Wir haben uns übrigens getroffen kurz vor Mt. Laguna!

        Gruss Andy (Poppins)

        1. Hi Poppins,

          klar erinner ich mich noch 🙂 Warst ja auch einige Zeit mit GQ unterwegs hat er mir erzählt.
          Richtig ich bereue keinen Schritt den ich gemacht hab. Es war ein tolles Abenteuer ob nun kurz oder lang, ich bin sicher wir werden von unseren Eindrücken noch sehr lange zehren.

          LG Anne

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