Tag 29 und 30

Tag 29 und 30

Tagesstrecke: 7.2/ 15.2 Meilen

Am nächsten Morgen war es tatsächlich sehr kalt und erst nachdem die Sonne das Zelt etwas aufgewärmt hat, brachen wir um 09:15 Uhr auf.

Der Tag ging weiter wie der letzte geendet hatte: steil bergauf. Wir krochen weiter im Schneckentempo den Berg empor. Ich schob mich mit den Trekkingstöcken mehr hoch, als ich lief. Wir waren jetzt weit über 2500 Höhenmetern, die dünne Luft machte das ganze nicht leichter. Trotzdem war der Weg durch den Wald weiterhin unglaublich schön und nach 2.7 Meilen erreichten wir einen Fluss und machten Mittagspause, natürlich gab es wieder Ramennudeln. Das Zeug ist so schnell gemacht, wiegt fast nix und man kann nach Belieben alles mögliche darunter mixen.

Die nächsten 4 Meilen zum Zeltplatz waren dann nochmal anstrengender als der Morgen. Es ging entweder steil bergauf oder steil bergab. Da ich bergab eh immer Recht unsicher bin, zog sich die Strecke ziemlich in die Länge. Eric und ich haben noch immer das gleiche Schildkrötentempo. Es ist ganz schön zu wissen, dass der andere immer direkt um die Ecke ist, ohne dass einer auf den anderen warten muss oder hinterherhetzt.

Da es abends sehr windig und kalt war, wurden schnell die Zelte aufgebaut. Eric machte uns zum aufwärmen noch Tee, zum kochen oder essen war ich nach dem Tag zu ko.

Am nächsten Morgen Stand dann der lange Absteig an. Wir würden uns von 9000 Fuß zurück auf 1200 begeben. Die ersten Meilen durch den Pinienwald waren schnell gemacht doch bald ging es zurück in die Wüste und vorbei war es mit den schattigen Plätzchen. Dafür erreichten wir den 200 Meilenmarker.

Eric der meist hinter mir lief, nannte den Weg die Klapperschlangehölle. Ich lief nichtsahnend den Trail lang, als ich plötzlich ein lautes erschrockenes Oohh hörte. Da war ich scheinbar nur Zentimeter neben eine Klapperschlange getreten, ohne es zu merken. 20 Minuten später sah Eric noch eine und später am Nachmittag hörte ich nur ein kreischen und sah Eric plötzlich rennen (unglaublich wie schnell wir doch noch sein können). Ich Frage mich an wievielen Klapperschlangen ich in den letzten Wochen vorbei bin ohne es zu merken. Anscheinend schrecke ich die Viecher auf und Eric hinter mir bemerkt sie dann.

Nach 10 Meilen machten wir eine lange Pause. Sollte doch nicht weit ein Wespennest direkt neben dem Weg sein, dass dem ein oder anderen Hiker schon 20 Stiche zugefügt hat. Wir hofften, dass sie Wespen nun gegen halb 6 nicht mehr so aktiv sind. Ich packte mich also mit Mückennetz und Handschuhen dick ein. Und was war? Natürlich nix. Ich hörte ein leises Summen. Eric wurde eine Minute lang von einer Wespe verfolgt und das war’s. Die ganze Aufregung umsonst. Letztendlich mussten wir uns etwas beeilen um noch bei Tageslicht an der nächsten Wasserstelle und gleichzeitig Zeltplatz anzukommen. Auf den letzten Meilen war es extrem windig und ich musste aufpassen, nicht den Berg runtergeweht zu werden. Schließlich kam ich mit schmerzenden Beinen und Füßen an. Da ich zu faul war das Zelt aufzubauen und der Wind nachgelassen hatte, war für heute Nacht Cowboycamping angesagt.


5 Gedanken zu „Tag 29 und 30

  1. Hallo Anne,
    das hört sich ja toll an. Ich freue mich für Dich und auch für Eric, dass Ihr nun wieder auf dem Trail seid und den Weg Richtung Monument 78 fortsetzen könnt. Die Fotos sehen toll aus. Wünsche Euch weiter, dass alles an Euch heil bleibt!
    Liebe Grüße
    Barbara

  2. Hallo Anne,

    ich komme heute, in Lone Pine angekommen, erstmals dazu, in Deinen Blog zu schauen. (Wir hatten im Vorfeld mal „ge-emailt“)

    Hoffe, Dein Fuß ist nun ok, denn es wird nicht einfacher 😉, die ganzen 700 Meilen bis Kennedy Meadows sind wirklich „nur“ zum Üben, richtig los geht’s erst dann. Hatte gestern meine erste Nacht auf über 10.000 feet und in Hagel und Schnee. Nun dafür 2 Zeros in Lone Pine.
    Falls es Dich interessiert:
    https://www.joergwolf.name/wp/pct2018/

    Happy Trails!
    Jörg „Picasso“

    P.S.: Du hast noch keinen trail name?

    1. Hi Picasso,
      Schön, dass du auch unterwegs bist. Hoffe deine Ausrüstung ist warm genug bei Hagel und Schnee.
      Wünsche dir einen tollen Trip.
      LG
      Anne

  3. Hallo Anne, die Bilder sind super, aber man sieht auch wie anstrengend das alles ist. Ich wünsche Dir das Dein Fuß alles mitmacht, ganz liebe Grüße und weiterhin gut Fuß!

    Brigitte

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