Tag 8 Nero nach Julien

Tag 8 Nero nach Julien

Nach der wunderbaren Nacht unter freiem Himmel packten wir bei erstem Sonnenlicht unsere 7 Sachen. Wenn man nicht erst aus einem Zelt kriechen und es abbauen muss geht das ganze auch viel schneller und wir waren um 6 Uhr bereit zum Aufbruch.

Es waren nur 6 Meilen bis Scissors Crossing von wo aus wir per Anhalter nach Julien wollten. Also erwartete uns ein Nero (ein Tag an dem sehr wenig gelaufen wird). Da Sierra aufgrund ihres Fußes kaum laufen konnte zog sich das ganze etwas in die Länge. Aber der Weg war hauptsächlich abwärts und so liefen wir 5 im Entenmarsch der Straße entgegen. Schon nach kurzer Zeit brannte uns die Sonne auf den Schädel und wir wollten nur noch ankommen. Nach 3,5 Stunden saßen wir endlich erschöpft unter der Brücke. Liebe Trail Angel haben auch hier massenhaft Wasser für die Hiker bereit gestellt und wir konnten kurz auftanken bevor wir uns in der prallen Sonne eine Mitfahrgelegenheit suchten.

Da wir so viele waren teilen wir uns auf und hatten Glück. Nach ca. 5 Minuten saßen wir zu dritt stinkend und erschöpft in einem kleinen Bus auf dem Weg nach Julien. Jim der sich unserer erbarmt hat war ganz nett und so war die Fahrt recht unterhaltsam. Als er uns in Julien auslud, wurden wir 3 dann noch in ein Gebet eingeschlossen. Das fand ich dann doch etwas befremdlich, die meisten hier sind wohl doch deutlich religiöser als in Deutschland.

Kaum in Julien angekommen ging es erstmal zu Moms Pies. Dort bekommt jeder Hiker ein Stück Kuchen mit Eis und ein Getränk. Völlig kostenlos. Es war ein Traum. Julien ist ziemlich bekannt für seine Kuchen und das zu recht.

Vom kostenlosen Kuchen ging es direkt weiter zum Restaurant von Carmen. Dort gibt’s erstmal eine herzliche Umarmung und ein kostenloses Bier. Etliche Hiker vertrödelten hinter dem Restaurant ihre Zeit und ließen es sich gut gehen. Ich nutze den Nachmittag dazu die stinkenden Klamotten in die Wäsche zu werfen, meine Füße zu baden und bei Carmen’s zu essen.

Das Restaurant schließt schon gegen 6 aber die Hiker werden hier nicht rausgeworfen. Wir dürfen bleiben. Drinnen sind alle Tische zur Seite gestellt, damit wir dort schlafen können und auch Getränke stehen zu einem günstigen Preis zur Verfügung.

Also verteilen sich die Hiker auf Restaurant und Terrasse und gegen 9 schlummern alle schon vor sich hin.

Carmen hat ihr Restaurant leider verkauft und es wird die letzte Woche sein, dass sich Hiker hier so wohl fühlen dürfen.


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