Update

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Der erste Monat im neuen Jahr ist schon fast wieder um und so langsam wird es ernst. In 77 Tagen steh ich am Southern Terminus des Pacific Crest Trail. Bei dem Gedanken bekomme ich inzwischen ganz schön Herzklopfen… auf was für eine bescheuerte Idee bin ich da nur gekommen. Eine Mischung aus totaler Panik und unglaublicher Vorfreude.

In den letzten Wochen habe ich meine Ausrüstung komplettiert und eigentlich hab ich alles zusammen. Was noch fehlt ist eine Regenjacke, aber da wollte ich eine günstige von frogg toggs in den USA kaufen und ein Ladegerät, das ich ebenfalls in der USA besorgen werde, damit ich nicht noch einen Adapter mit rumschleppen muss. Meine Sonnenbrille ist bestellt, dauert aber noch ein bisschen, bis die da ist.

Ausgebreitet sieht mein komplettes Hab und Gut für 6 Monate dann so aus:

 

Nicht wirklich viel… Meine gesamte Kleidung (Schlafsachen, Unterwäsche und Socken) ist in dem weißen Beutel in der Mitte. Bin jetzt knapp über 6kg, ein bisschen weniger wäre mir zwar lieber, aber ohne größere Investitionen oder Komfortverlust lässt sich nicht mehr viel Gewicht einsparen. Auf manche Luxusartikel (Kissen, Flipflops) möchte ich auch nicht verzichten. Mal schauen, ob ich mich unterwegs noch von dem ein oder anderen Teil trenne. Was nach einer Woche nicht gebraucht wurde und nicht für den Notfall ist, fliegt raus.

Ein neues Handy habe ich mir auch gegönnt. Bis dato hatte ich das Galaxy S6 eigentlich war ich damit auch zufrieden, aber nach 2 Jahren lässt die Akkuleistung deutlich nach, es ist nicht wasserdicht und der Speicher ist nicht erweiterbar. Also hab ich mir jetzt das S8 geholt. Bin sehr zufrieden und der Akku hält derzeit mindestens doppelt so lange. Jetzt gilt es noch zu testen, wie oft ich das Ding mit meiner 10.000er Powerbank aufgeladen bekomme. Nur doof, wenn der Akku abends nie leer ist, damit ich es mal ausprobieren kann. 😉

Morgen steht ein Termin bei der Krankenkasse an, die möchte ich natürlich während meiner Abwesenheit nicht bezahlen. Bei der Auslandskrankenversicherung habe ich mich nun für die AXA entschieden, mit 200 € für die kompletten 6 Monate sehr günstig und alles wichtige ist abgedeckt. Das Canada Entry Permit muss ich noch beantragen, aber das eilt nicht und geht notfalls auch von unterwegs, werde ja erste Ende September in Kanada sein. Ansonsten ist mein Thru-Hike-Permit nun auch abschließend genehmigt, ich hab mein California Fire Permit. Ja auch Feuer darf man ohne Genehmigung in Kalifornien nicht machen, aufgrund der Waldbrände in Kalifornien macht das ganze derzeit aber durchaus Sinn. Vor einigen Wochen wurde für den Angeles National Forest ein komplettes Verbot von offenem Feuer für das Jahr 2018 ausgesprochen, das betrifft auch Gaskocher. Auf warmes Essen muss ich dann auf einem Stück meines Weges wohl verzichten, aber es gibt ja Snickers und Tortillas, verhungern werde ich schon nicht.

Nach dem im letzten Jahr Unmengen von Schnee gefallen ist (doppelt so viel wie normal) und der Trail in den Sierras auch im Sommer noch voller Schnee war, deutet sich bis dato eher das Gegenteil an. Aktuell ist die Schneemenge etwa bei 20-30% eines Durchschnittsjahres. Natürlich kann es sein, dass es im Februar und März nochmal zu starken Schneefällen kommt, aber wenn es so bleibt wird es ein sehr trockenes Jahr. Das ganze hat Vor- und Nachteile. In den Sierras wird man ohne Schnee deutlich schneller vorankommen und die Orientierung wird sich wesentlich einfacher gestalten. Vielleicht kann auf Eisaxt und Spikes komplett verzichtet werden (umgehen kann ich mit den Sachen bis dato so und so nicht). Die Flüsse welche im letzten Jahr aufgrund der Schneeschmelze zu teilweise unüberwindbaren Hindernissen wurden (2 Frauen starben bei dem Versuch einer Flussüberquerung) werden hoffentlich deutlich einfacher zu durchqueren sein. Dafür wird die Wasserversorgung schwieriger, die Bäche und Flüsse insbesondere in der Wüste werden weniger Wasser führen oder sogar ganz ausgetrocknet sein. Ich kann mich also schon mal darauf einstellen, den ein oder anderen Liter Wasser mehr auf meinen Rücken zu schnallen. Zuletzt steigt natürlich die Waldbrandgefahr. 2017 wüteten etliche Waldbrände auch in der Nähe oder auf dem Trail, bei der Trockenheit wird es dieses Jahr wahrscheinlich nicht viel besser.

 

In einem vorherigen Beitrag hatte ich ja mal angekündigt, den Ruhrhöhenweg zu laufen, die erste Etappe von 20km von Duisburg nach Essen habe ich auch absolviert, aber der Weg hat mich so gar nicht begeistert, sehr viel vom Weg war auf Asphaltstraßen und zumindest diese Etappe war nicht sonderlich schön. Mal schauen, ob ich dem Weg in den nächsten Wochen nochmal eine Chance gebe. Dafür bin ich jetzt zu Trainingszwecken oft am Baldeneysee und in den umliegenden Wäldern mit komplett gepacktem Rucksack unterwegs. Obwohl mir mein Rucksack gar nicht so groß vorkommt wird man meist doch etwas irritiert angeschaut. Aber egal, ich finde es immer herrlich entspannend. 🙂 Zum Glück wird es so langsam abends wieder heller, so dass demnächst auch nach der Arbeit noch die ein oder andere Trainingsrunde drin sein dürfte.

Hier ein paar Bilder von meiner gestrigen Tour, bei der sich sogar zeitweise die Sonne blicken lies.


6 Gedanken zu „Update

  1. Scheint ja alles im Lot bei dir zu sein. Und soooo lange ist es gar nicht mehr hin 🙂 Ich freu mich für dich…

  2. Hallo Anne, diese Mischung aus Vorfreude und großem Respekt vor der Reise kommt mir bekannt vor. Ich wünsche dir einen tollen Start deiner Wanderung und möglicherweise treffen wir uns auf dem Weg, denn ich laufe am 4.4. los 😀

    Grüße, Volker

    1. Huhu meine Liebe,
      schön, dass du meinen Blog gefunden hast 🙂
      Freu mich auch schon auf nächstes Wochenende, dann können wir mal wieder schön zusammensitzen und quatschen.
      Grüße in die Heimat
      Anne

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