Vorbereitungen Volume One

Vorbereitungen Volume One

Wenn alles nach Plan läuft, sollte ich in guten 6 Monaten in Campo an der mexikanischen Grenze stehen. Auch wenn mir die Zeit bis dahin noch extrem lang vorkommt, da ich ja am liebsten schon morgen loslaufen würde, wird die Zeit wahrscheinlich wie im Flug vergehen und bis April muss noch einiges getan werden.

Hier mal eine grobe Liste über alles was noch ansteht:

  1. Visum beantragen: Ich warte gerade auf meinen neuen Reisepass, sobald der da ist, kann es losgehen.
  2. Flüge und Unterkunft in San Diego. Da die meisten Flüge aus Deutschland erst gegen Abend in San Diego landen, werde ich wahrscheinlich 2 Nächte in San Diego verbringen. Schließlich muss Essen für die ersten Tage besorgt werden und einen Abstecher bei REI (dem größten Outdoor-Händler) werde ich mir auch noch gönnen. Die ein oder andere Kleinigkeit werde ich bestimmt noch brauchen. Es gibt in San Diego mehrere Trail Angel, die einem für eine Nacht kostenlos (oder gegen eine Spende) Unterkunft bieten und einen früh am nächsten Morgen zum Startpunkt des PCT bringen. Dieses Angebot werde ich nach Möglichkeit auch wahrnehmen, zumindest für die zweite Nacht. Dann muss ich nicht ganz allein und verlassen am Startpunkt stehen.
  3. Auslandsversicherung und alles was während der Abwesenheit zu Hause läuft muss noch angepasst und abgeklärt werden.
  4. Ausrüstung vervollständigen. Eigentlich hab ich alles zusammen, aber ein paar Kleinigkeiten fehlen noch und da man den Rucksack ja so leicht wie möglich halten will, lässt sich immer noch das ein oder andere optimieren. Mein Ziel ist es maximal 6kg Basisgewicht (also alles ohne Verbrauchsgüter wie Essen und Wasser und die getragene Kleidung) zu haben. Ob ich das auch tatsächlich schaffe, weiß ich noch nicht. Aber ich arbeite hart darauf hin. Eine Packliste mit meiner derzeitigen Ausrüstung gibt es in den nächsten Tagen.
  5. Training! Darauf jeden Tag ca. 30 Kilometer zu laufen kann einen zu Hause wahrscheinlich kaum ein Training vorbereiten. Es gibt Leute, die ohne mit der Wimper zu zucken etliche Kilometer joggen, aber nach 10 Kilometer Wanderung mit Rucksack völlig fertig sind. Ich kann keine 3 Minuten am Stück joggen, aber mit Rucksack etliche Kilometer vor mich hinzutrotten klappt eigentlich ganz gut. Es wird gesagt fit wird man auf dem Trail und man bekommt relativ schnell seine „Hikerlegs“. Im Prinzip glaub ich auch daran, dass sich die Bein-Muskeln in den ersten 2-3 Wochen an die Belastung gewöhnen, allerdings habe ich auch weniger ein Problem mit den Muskeln sondern einfach mit meinen doofen Plattfüßen. Als ich vor ein paar Jahren ca. 200 Kilometer des Jakobswegs gelaufen bin, hatte ich weder Probleme mit den Beinen noch Blasen an den Füßen sondern zum Ende hin das Gefühl, dass sich meine ganzen Füße verformen. Ich bin vor lauter Schmerzen mit Tränen die letzten Kilometer zur Kathedrale in Santiago de Compostela gehumpelt. Das Fußgewölbe das bei mir quasi gar nicht vorhanden ist, wurde scheinbar durch die vielen Kilometer laufen in den schweren Wanderstiefeln nach oben gedrückt. Schlafen ging die Tage danach nur noch mit Schmerzmitteln und noch ein paar weitere Tage wandern wäre nicht mehr drin gewesen.Also ist mein Ziel neben ein bisschen Muskeln aufzubauen vor allem meine Füße auf den Trail vorzubereiten. Hierfür bin ich als erstes von den schweren Wanderstiefeln auf leichte und relativ breit geschnittene Trailrunner (Brooks Cascadia 12) umgestiegen. Und habe mir sowohl für meinen Alltagsschuhe als für meine neuen Trailrunner orthopädische Einlagen machen lassen. Letztes Wochenende konnte ich meine Trailrunner zum ersten mal mit den Einlagen testen. Es ging gemütliche 12 Kilometer entlang des Baldeneysees und durch die Wälder im Essener Süden.  Ich hatte die Befürchtung, dass mir meine Füße nach nur 3-4 Kilometer mit den neuen Einlagen abfallen würden, aber meine Füße haben den bewusst kurzen Ausflug ohne Probleme überstanden, auch wenn zum Ende hin die Fußsohlen ein bissel gebrannt haben. Und auch wenn das Ruhrgebiet für Wanderer nicht unbedingt die schönsten Wege bietet, war es doch ein netter Ausflug.

    In den nächsten Wochen ist geplant an den Wochenenden den Ruhrhöhenweg von Duisburg nach Winterberg zu laufen. Teilweise mit Übernachtung auf Zeltplätzen, ansonsten lass ich mich Morgens zum Startpunkt bringen und Abends abholen. Ich hoffe das Wetter spielt mit, ein Regenschauer hält mich bestimmt nicht vom wandern ab, aber wenn 5 Stunden Dauerregen anstehen, fällt es mir schwer meinen inneren Schweinehund zu überwinden.


Die Kommentare sind geschloßen.
%d Bloggern gefällt das: